Renoir. Kitschverdacht und Modernismus

Renoir. Kitschverdacht und Modernismus

Eine Tagung in Kooperation mit der Leuphana Universität Lüneburg (Lehrstuhl für Kunstgeschichte, Prof. Dr. Beate Söntgen) und der Sammlung Oskar Reinhart «Am Römerholz», Winterthur

Während Édouard Manet als eine Gründungsfigur der modernen Malerei gilt, steht der kaum jüngere Pierre-Auguste Renoir unter Kitschverdacht. Beide malen Szenen des modernen Lebens, beide sind in Augen der Zeitgenossen Neuerer, vor allem auf dem Gebiet der Farbe. Woher rührt die spätere Abwertung Renoirs? Ein Grund mag in seinen
Schriften liegen, in denen er als Kritiker der Moderne auftritt und sich selbst als Vertreter einer Renaissance der Kunst des 18. Jahrhunderts charakterisiert. Wann kommt der Kitschverdacht auf, und was sind leitende Muster der Argumentation? Was verdeckt dieser Verdacht, und welches Verständnis von Modernismus setzt er voraus? Gerade im Frühwerk Renoirs finden sich Strukturen und künstlerische Verfahren, die eine Revision der Vorstellung vom anti-modernen „Maler des Glücks“ herausfordern. Denn auch Renoirs Bilder sind bestimmt durch gespannte Atmosphären, verlorene Blicke, komplizierte Beziehungen zwischen Mann und Frau, soziale Asymmetrien und offene Enden.

Kunstmuseum Basel und Sammlung Oskar Reinhart «Am Römerholz», Winterthur, 29. – 30. Juni 2012 | Weitere Informationen!